Biber (4 - 6 Jahre)

Lebenswelten

Kinder in diesem Alter sind neugierig und wollen neues Wissen und Fähigkeiten aktiv erlernen. Sie wollenernstgenommen werden und beginnen, Verantwortung für sich und die Gruppe zu übernehmen und ihre Umgebung zu gestalten. Kinder sind sensibel gegenüber neuen Lebenssituationen und Veränderungen von Beziehungen. Sie brauchen stabile Bindungen und lernen gleichzeitig, neue Beziehungen einzugehen und zu entwickeln.

Kinder verbringen ihre Kindheit in unterschiedlichen Lebenswelten, in denen sie sich entwickeln und auf verschiedene Art entfalten können. Die wichtigste und prägendste Lebenswelt für Kinder im Alter von vier bis sechs Jahren ist die eigene Familie. Dabei haben in der Regel die Eltern den größten Einfluss auf die Entwicklung des Kindes, sie sind die engsten Vertrauten des Kindes. Eine weitere Lebenswelt, in der die Kinder groß werden, sind Betreuungseinrichtungen wie der Kindergarten oder die Kindertagesstätten. Diese Betreuungseinrichtungen sind häufig die ersten öffentlichen Erziehungseinrichtungen, die das Kind besucht. Hier befindet sich das Kind zum ersten Mal in einer festen Gruppe außerhalb der Familie, in der es neue Bindungen und Beziehungen zu Erzieherinnen und Erziehern sowie Gleichaltrigen gestalten muss. Hier wird es zum ersten Mal mit Regeln außerhalb des familiären Kontextes konfrontiert. Das soziale Lernen und der Umgang mit Konflikten mit Gleichaltrigen ist wesentlicher Bestandteil dieser Lebenswelt.


Struktur

Die Biber-Gruppe besteht aus nicht mehr als etwa 15 Kindern sowie dem Leitungsteam. Die Gruppe trifft sich zu wöchentlichen, ein- bis eineinhalbstündigen Gruppenstunden am frühen Nachmittag. Die

Gruppe ist ebenfalls in den Stamm und im Stammesleben eingebunden. Die Kinder nehmen an Stammesaktionen wie Pfadfindergottesdiensten, Stammestagen, Stufenwechseln oder Pfarrfesten teil. Auch an der Stammesversammlung können sie teilnehmen, haben aber kein Stimmrecht.


Ziele

Pfadfinden erleben

Kinder im Alter von vier bis sechs Jahren sind besonders neugierig und wissbegierig. Sie haben Spaß

daran, Neues kennenzulernen und Lust darauf, Pfadfinden auszuprobieren.

 

Spielerisch die Welt erobern

Für Kinder birgt ihre Umgebung und die Welt mehr Neues als Altbekanntes. Neugierig, lernfreudig und

unbeschwert entdecken die Kinder ihre Umwelt und die Natur und versuchen, ihren Entdeckungen und

Beobachtungen Sinn und Bedeutung zu geben.

 

Neue Freundinnen und Freunde finden

Um mutig und ohne Angst die Welt entdecken zu können, braucht es Freundinnen und Freunde. In der Biber-Gruppe lernen Kinder, Freundschaften einzugehen und zu gestalten.


Inhalte

In den Gruppenstunden werden den Kindern die pfadfinderischen Grundlagen nahegebracht.

Dabei können sie viel ausprobieren und erleben typische pfadfinderische Tätigkeiten wie Lagerfeuer, Knoten, etc.

Mit Hilfe ihrer Leiterinnen und Leitern entdecken sie spielerisch Stück für Stück mehr von der Welt.

Anhand der Themen und Ziele des Verbandes setzen sie sich mit ihren Fragen auseinander und erleben, dass sie ihre Umwelt mitgestalten und verändern können.

Gemeinsame Interessen verbinden die Kinder der Biber-Gruppe. Sie lernen, Freundschaften aufzubauen und zu vertiefen, indem sie zusammen spielen und miteinander die Welt entdecken. Sie finden ihren Platz in der Gruppe und lernen, ihre Interessen einzubringen.


Methoden

Das Spiel und Rollenspiel

Die wichtigste Methode für Kinder im Alter von vier bis sechs Jahren ist das Spiel. Dabei gehört zum Spielen nicht nur das bewusste Spielen nach Regeln. Gerade im freien Spiel wie dem Klettern auf Bäumen, dem Bauen von Höhlen oder dem Erkunden von Wäldern können sich Kinder ausprobieren.

Das Rollenspiel ist ein spielerischer Weg, Sprache und Fähigkeiten im Austausch weiterzuentwickeln. Es bietet die Möglichkeit, verschiedene Rollen auszuprobieren und hilft, andere Menschen in ihren Rollen besser zu verstehen.

Den Spaß am Spiel werden sich Leiterinnen und Leiter zunutze machen, um mit ihnen themenbezogen zu arbeiten und mit ihnen Neues zu entdecken.

 

Kleine Gruppe

Für die Gruppenarbeit mit Kindern im Alter von vier bis sechs Jahren ist die Erfahrung in einer kleinen Gruppe besonders wichtig. Die inhaltlichen Gründe der DPSG für Kleingruppen (alle können sich einbringen, Schutzraum, Übernahme von Verantwortung, etc.) greifen hier ganz besonders. Daher wird die Gruppengröße auf 10 Kindern begrenzt.

 

Mitbestimmung

Kinder im Alter von vier bis sechs Jahren können mehr und mehr selbst entscheiden, was sie machen möchten. In der Biber-Gruppe werden sie langsam daran herangeführt, indem sie innerhalb ihrer Gruppe Entscheidungen für sich und die Gruppe mittreffen.

Getroffene Entscheidungen müssen für die Kinder nachvollziehbar und transparent sein. Dies ist der erste Schritt zur Mitbestimmung.

 

Das Pfadfindergesetz

Kinder im Alter von vier bis sechs Jahren befolgen bereits intuitiv viele der Pfadfindergesetze. Der ausgeprägte Gerechtigkeitssinn der Kinder in dem Alter sowie die ganz selbstverständliche Akzeptanz für Regeln und Gesetze wirken hier unterstützend. Mit richtiger Anleitung können Leiterinnen und Leiter gut mit den Kindern gemeinsam am und zum Pfadfindergesetz arbeiten und sich so den Grundlagen der DPSG und des Pfadfindens nähern.

 

Learning by Doing

Für alle Pfadfinderinnen und Pfadfinder gilt der Leitsatz „Learning by Doing“ – auch für Kinder im Alter von vier bis sechs Jahren. Kinder lernen ebenfalls am besten durch selbst ausprobieren. Im Rahmen der Gruppe werden sie ermutigt, sich selbst auszuprobieren.

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